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Das Satteldach: Die passende Dachform für dein Haus?

 

Du bist auf der Suche nach der richtigen Dachform für dein Haus? Das Satteldach ist ein Klassiker und vor allem in Österreich weit verbreitet. Doch ist es auch für dein Vorhaben die passende Lösung? Informiere dich hier rund um das Satteldach: Was zeichnet es genau aus und wie ist es aufgebaut? Welche Neigung hat es? Welche Vorteile bzw. Nachteile bringt diese Dachform mit sich? Und wie kannst du Licht im Satteldach integrieren? Fragen über Fragen. Wir beantworten Sie dir gerne:

Satteldach-von-oben
Definition: Was zeichnet das Satteldach aus?
 

Grundsätzlich besteht ein Satteldach – auch Giebeldach genannt – aus zwei mehr oder weniger gleichförmigen Dachflächen. Diese neigen sich im Dachstuhl einander entgegen, treffen am höchsten Punkt des Daches aufeinander und sind über einen durchgängigen Dachfirst miteinander verbunden. So ergeben sich an den beiden Front-Seiten eines Hauses mit Satteldach zumeist gleichmäßige Dreiecke. Mit diesen schließt das Dach an der Geschossdecke ab. Der Dachfirst kann:

  • Parallel mit beiden Giebelseiten abschließen
  • Über die beiden Giebelseiten hinausragen

Wie genau die Dachkonstruktion des Satteldachs ausgeführt wird, hängt von den baustatischen Gegebenheiten, den Baubedingungen vor Ort und den persönlichen Vorlieben ab.

Der Aufbau eins Satteldachs

 

Grundsätzlich unterscheidet sich ein Satteldach vor allem durch die Anzahl der Dachflächen. So gibt es bei einem Pultdach in der Regel nur eine schräge Dachfläche, ein Walmdach verfügt hingegen über mindestens vier Dachflächen. Ein Satteldach hat zumeist zwei Dachflächen, die sich am Giebel treffen. Der Aufbau dieser Dachform kann sowohl symmetrisch als auch asymmetrisch sein:

  • Symmetrisch: Beide Dachflächen haben die gleiche Größe und den gleichen Neigungswinkel. Sie treffen genau mittig über dem Haus aufeinander.
  • Asymmetrisch: Der Dachfirst befindet sich etwas versetzt über dem Haus und ist nicht mittig. Somit sind die beiden Dachflächen unterschiedlich groß. Dies hat zur Folge dass entweder der Neigungswinkel der Dachflächen verschieden ist oder sich die Kniestockhöhen unterscheiden.

Welchen Neigungsgrad hat ein Satteldach

 

Für gewöhnlich hat ein Satteldach eine Neigung zwischen 25 und 62 Grad:

  • Weniger als 30 Grad: Liegt der Neigungswinkel unter 30 Grad, so handelt es sich um ein flaches Satteldach.
  • 30 bis 45 Grad: Hat das Dach einen Neigungswinkel zwischen 30 und 45 Grad, so handelt es sich um ein Winkeldach bzw. neudeutsches Dach.
  • 46 bis 60 Grad: Beträgt der Winkel zwischen 46 und 60 Grad, so handelt es sich um ein altfränkisches Satteldach
  • Über 61 Grad: Ist der Neigungswinkel größer als 61 Grad, so handelt es sich um ein altdeutsches bzw. gotisches Dach.

Welcher Neigungswinkel sich anbietet, ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

Örtliche Bauvorgaben

Um herauszufinden, welcher Neigungsgrad für dein Bauvorhaben infrage kommt, ist es wichtig, dass du dich zunächst über die örtlichen Bauvorgaben informierst. Denn häufig sind First- und Traufhöhe vorgeschrieben. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Kniestock eine bestimmte Höhe haben muss.

Örtliche Wetterbedingungen

Zudem solltest du in deine Entscheidung, welcher Neigungswinkel für dein Haus der richtig ist, auch die örtlichen Wetterbedingungen miteinbeziehen. Denn fällt in dieser Region viel Regen, empfiehlt sich ein steiles Satteldach. Von diesem kann das Wasser schnell abfließen und es kann keine Feuchtigkeit in den Dachstuhl eindringen. Oder fällt in der Region besonders viel Schnee? Dann ist es wichtig, den Winkel nicht zu steil und nicht zu flach zu wählen. Denn ist das Dach zu steil, rutscht der Schnee unkontrolliert ab. Und das ist eine enorme Gefahr und kann zu Schäden führen. Ist der Neigungswinkel des Dachs hingegen zu flach, bleibt der Schnee unter Umständen zu lange auf diesem liegen und stellt eine erhebliche Dachlast dar. Lasse deshalb den perfekten Neigungswinkel für dein Satteldach am besten vom Experten berechnen.

Satteldach-Detail

Satteldach: Vor- und Nachteile

Wie jede andere Dachform auch, bringt ein Satteldach sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich. Deshalb ist es wichtig, diese gründlich gegeneinander abzuwägen und erst dann eine passende Entscheidung für dein Bauvorhaben zu treffen:

Mit diesen Vorteilen überzeugt ein Satteldach

 

Niedrige Kosten

Die Konstruktion eines Satteldachs ist im Vergleich zu anderen Dachformen recht einfach. Die rechtwinkligen Dachflächen lassen sich verhältnismäßig leicht ausführen. Und das hält die Kosten für ein Satteldach gering.

Hohe Witterungsbeständigkeit

Bei einem Satteldach hat der Wind eine recht geringe Angriffsfläche und Regenwasser kann – je nach Neigungsgrad – gut abfließen. Somit handelt es sich um eine besonders robuste sowie witterungsbeständige Konstruktion.

Wenig Wartungsaufwand

Da ein Satteldach für Regen und Schnee nur eine geringe Angriffsfläche bietet und somit sehr witterungsbeständig ist, wird es kaum in Mitleidenschaft gezogen. Dadurch ergibt sich ein sehr geringer Wartungsaufwand bei dieser Dachform. Außerdem ist sie besonders langlebig.

Viele Gestaltungsmöglichkeiten

Durch die Bauform, den Aufbau und den Dachstuhl eines Satteldachs, ergeben sich zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten. So sind unterschiedliche Dachneigungen und Traufhöhen möglich. Auch bezüglich der Höhe des Kniestocks gibt es viel Gestaltungsspielraum.

Diese Nachteile eines Satteldachs solltest du kennen

 

Möglicher Wohnraumverlust

Je nachdem für welchen Neigungswinkel du dich entscheidest, kann es bei steilen Satteldächern zu einem Wohnraumverlust im obstersten Stockwerk kommen. Dem kannst du aber mit dem Einbau von Gauben entgegenwirken. Oder du entscheidest dich für ein flaches Satteldach.

Eingeschränkte Belichtungsmöglichkeiten

Je nach Höhe des Kniestocks, ist unter Umständen der Einbau von Fassadenfenstern nicht möglich. Anstatt Giebelfenster zu integrieren, empfehlen wir wegen des Lichteinfalls Dachfenster.

Satteldach-Haus

So integrierst du ausreichend Licht in dein Satteldach

 

Um auch das Dachgeschoss mit ausreichend Licht zu versorgen, hast du beim Satteldach verschiedene Möglichkeiten:

1. Einbau von Gauben

Du wünschst dir mehr Raumhöhe und einen größeren Lichteinfall? Dann integriere Gauben. Durch diese bringst du mehr Raumhöhe, Platz und Licht in das Obergeschoss. So erzeugst du ein angenehmes Wohngefühl. Am besten entscheidest du dich für möglichst breit und hoch angesetzte Schleppgauben, denn so nutzt du den Platz optimal aus.

2. Einbau von Lichtbändern

Je nachdem wie hoch der Kniestock ist, kannst du an der traufseitigen Wand kleine Fenster bzw. Lichtbänder einbauen, um mehr Licht in dein Satteldach zu integrieren.

3. Einbau von Dachfenstern

Mit Dachfenstern kannst du besonders viel Sonnenlicht in die Räume unter dem Dach bringen. Vor allem großflächige Varianten im Satteldach schaffen eine besonders schöne Atmosphäre. Insbesondere in Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmern ist ein großer Lichteinfall wichtig. Dafür kannst du aus unterschiedlichen Dachfenster-Typen wählen:

Fazit:

Mit einem Satteldach entscheidest du dich für eine robuste, witterungsbeständige und vor allem langlebige Lösung beim Hausbau, die in der Regel mit sehr wenig Wartungsaufwand verbunden ist. Du hast mit einem solchen viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, um deinem Haus eine individuelle Note zu verleihen. Die Kosten für ein Satteldach sind im Vergleich zu anderen Dachformen aufgrund der einfachen Konstruktion meist geringer. Um Nachteile wie einen möglichen Wohnraumverlust auszugleichen, plane am besten einen möglichst hohen Kniestock ein – insofern es die Bauverordnung zulässt. Denn so kannst du den Raum unter den Dachschrägen besser nutzen. Wichtig ist außerdem, dass du in dein Satteldach ebenfalls ausreichend Licht integrierst – und das schaffst du mit Gauben, Lichtbändern und vor allem Dachfenstern. So bist du mit ausreichend Tageslicht versorgt und kannst dich auch in den Räumen unter dem Dach rundum wohlfühlen.